Der britische Mobilfunkriese Vodafone hat heute, Donnerstag, die
Einführung eines neuen Web-Services angekündigt. Unter dem Titel
"Vodafone 360" http://www.vodafone360.com will man Handy- und
PC-Nutzern ermöglichen, alle Online-Aktivitäten unter einer
einheitlichen Oberfläche zu betreiben. Unterstützt werden
verschiedenste Online-Services wie Instant-Messaging, soziale
Netzwerke, E-Mails oder das Teilen von Bildern. Für den deutschen
Markt wurden Kooperationen mit verschiedenen Unternehmen angekündigt.
So sollen unter anderem Applikationen der Post, der Bahn und der
Boulevardzeitung Bild zur Verfügung gestellt werden.
"Die Applikationen funktionieren unabhängig vom verwendeten
Handy-Betriebssystem. Sie werden in Java Script entwickelt und können
mit jedem Smartphone, das einen Java-fähigen Browser hat, aus unserem
App-Store heruntergeladen und verwendet werden", sagt
Vodafone-Sprecher Thorsten Hoepken gegenüber pressetext. Analysten
werten den Ansatz jedenfalls positiv. "Statt ein neues Soziales
Netzwerk zu starten, wie das Nokia mit 'Share on Ovi' getan hat,
konzentriert man sich stattdessen darauf, Kontakte und Inhalte
sozialer Netzwerke in einer Oberfläche zu vereinen. Dieser Fokus auf
das Verbessern, nicht das Ersetzen, ist etwas, das wir in den
kommenden Monaten auch von anderen Handy-Dienstleistern erwarten",
sagen die IDC-Analysten John Delaney und Jonathan Arber.
Der Fokus Vodafones bei der Entwicklung des Dienstes galt vor allem
der Integration der gesammelten Kontakte eines Handynutzers in ein
gemeinsames Adressbuch. "Der People Client bietet verschiedene
Möglichkeiten der Kontaktaufnahme. Man kann in einem einzelnen Fenster
auswählen, ob man beispielsweise jemanden per Instant-Message
kontaktieren möchte oder ihm eine Facebook-Nachricht schreiben will",
so Hoepken. Dies sei für die Kunden ein großer Vorteil, müssen diese
doch nun keine verschiedenen Apps mehr starten, um Zugang zu
verschiedenen Kommunikationswegen zu erhalten. Neben einem Shop für
Digitalinhalte inkludiert der Vodafone-360-Dienst auch die
automatische Synchronisation der Online-Aktivitäten zwischen Handy und
dem heimischen PC.
Das Betriebssystem, das im Rahmen der 360-Bemühungen auf Basis des
Handy-Linux LiMo http://www.limofoundation.org entwickelt wurde, kommt
zunächst auf den beiden exklusiv für Vodafone entwickelten
Samsung-Smartphones H1 und M1 zum Einsatz. Beide Geräte verfügen über
Touchscreens und haben integrierte GPS-Systeme, die unter anderem
Geotagging bei der Aufnahme von Fotos mit den Mobiltelefon
ermöglichen. Das Topmodell H1 verfügt über ein 3,5-Zoll-OLED-Display
mit Multi-Touch-Funktion, kann sich über HSDPA, Bluetooth 2.0 und WLAN
mit dem Internet verbinden und beherbergt eine Fünf-Megapixel-Kamera.
16 Gigabyte fasst der erweiterbare Speicher des H1. Der verbaute Akku
reicht für rund 400 Gesprächsminuten. Das M1 soll vor allem mit einer
breiten Preis- und Farbpalette punkten. Es verfügt über einen
3,2-Zoll-Touchscreen und einen integrierten Speicher von einem
Gigabyte - dieser lässt sich mittels Micro-SD-Karten erweitern. Die
Preise für die Handys stehen derzeit noch nicht fest.
Neben den beiden neuen Samsung-Handys will man bei Vodafone auch auf
Nokias S60-Geräten in Zukunft die 360-Services vorinstallieren.
Insgesamt lässt sich der Service zum Start auf etwa 100 verschiedene
Handymodellen nutzen. Der Dienst soll zukünftig neben Deutschland auch
in den meisten anderen europäischen Ländern mit einer
Vodafone-Niederlassung oder einem Vertriebspartner verfügbar werden.
(Ende)